Deutsche verbrauchen mehr Wasser beim Kaffeetrinken als beim Duschen
Der zweite Blick zeigt: Eigentlicher Verbrauch ist unerwartet hoch
Jeder Bürger in Deutschland verbraucht durchschnittlich 126 Liter Wasser pro Tag. Das ist – verglichen mit den USA – sehr wenig. Dort nutzt eine Person mehr als das Doppelte, nämlich knapp 300 Liter. Ein Grund zum Jubeln ist dies aber nicht, denn diese Zahlen berücksichtigen nur den direkten Verbrauch – also Duschen, Waschen, Kochen usw. Nicht erfasst ist in diesen Zahlen der sogenannte virtuelle Wasserverbrauch. Das ist die Wassermenge, die insgesamt nötig ist, um ein Produkt konsumreif herzustellen. So erfordert beispielsweise die Produktion einer einzigen Tomate 13 Liter Wasser, 140 Liter verbergen sich in einer Tasse Espresso und eine Jeans benötigt für ihre Herstellung insgesamt sogar 6.000 Liter des blauen Goldes. Eine unglaubliche Wassermenge, die den meisten Verbrauchern nicht bewusst ist. Nach Angaben des WWF beträgt der Wasserfußabdruck Deutschlands, also die direkt sowie virtuell verbrauchte Wassermenge, derzeit rund 159,5 Milliarden m3. Das entspricht dem mehr als dreifachen Volumen des Bodensees (48 Milliarden m3). Rechnet man dies auf den Pro-Kopf-Verbrauch um, so verwenden wir durchschnittlich 5.288 Liter Wasser pro Tag und damit deutlich mehr als die derzeit 126 Liter, die wir täglich direkt nutzen. Dennoch kann jeder ein wenig zum Erhalt der kostbarsten Ressource unseres Planeten beitragen – ob durch bewusstes Einkaufen oder den nachhaltigen Umgang mit Wasser zu Hause.
Nützliche Wasserspartipps für zu Hause
Die beste Möglichkeit, den eigenen Wasserverbrauch zu kontrollieren, bietet immer noch der Blick auf den heimischen Wasserzähler. Nur wer weiß, wie viel er verbraucht, bekommt ein Gespür für die „Verschwendung“ von Wasser. Schon ein bewusster und vernünftiger Wasserverbrauch beim Duschen, Kochen oder Putzen hilft, das wichtigste Lebenselixier noch möglichst lange zu erhalten. Daher bieten wir Ihnen hier einige Wasserspartipps für zu Hause:
- Einbau eines Kaltwasserzählers am Einlauf des Wasserspeichers und regelmäßige Kontrolle.
- Duschen statt Baden, denn Duschen ist um 300 Prozent wassersparender als ein Vollbad.
- Wasch- und Spülmaschinen nie mit halber Ladung laufen lassen und am besten auf neuere und wassersparende Modelle umsteigen.
- Bei der täglichen Körperpflege zwischendurch das Wasser abdrehen.
- Tropfende Wasserhähne und undichte WC-Spülkästen sofort reparieren.
- Durchflussbegrenzer und Mengenregler an Duschköpfen und Wasserhähnen einsetzen, denn sie sparen bis zu 50 Prozent Wasser.
- WC-Spülkästen mit Stopptaste verwenden oder alte Spülkästen mit einem Wasserstopp-Gewicht nachrüsten.
- Garten mit aufgefangenem Regenwasser bewässern.
Weitere Energie- und Wasserspartipps unter:
www.ista.de/energiespartipps
www.energiesparen-im-haushalt.de
