Immobilienwirtschaft mit gemischten Aussichten für 2010
Experten prognostizieren Erholung im Markt für Wohnimmobilien
Der „Rat der Weisen der Immobilienwirtschaft“, ein hochkarätig besetztes Gremium aus Experten und führenden Meinungsforschungsinstituten, erwartet in seinem Frühjahrsgutachten für 2010 eine sehr unterschiedliche Entwicklung der Wohn-, Büro- und Einzelhandelsimmobilienmärkte in Deutschland. In seiner Prognose geht der 2002 von der Immobilienzeitung ins Leben gerufene Rat zwar von steigenden Leerständen im deutschen Büroimmobilienmarkt aus. Allerdings sei dafür, entgegen anders lautender Veröffentlichungen, die Sorge vor einer neuen Wohnungsnot völlig unbegründet. Auch das Auftreten einer Kreditklemme könne zwar nicht ausgeschlossen werden, wird jedoch als eher unwahrscheinlich eingestuft, da sich die gesamtwirtschaftlichen Rahmendaten in Deutschland ebenso stabil zeigten wie die Zinsentwicklung im Euro-Raum.
Krise bei Büroimmobilien spitzt sich zu
Die größte Sorge bereitet den Immobilienweisen für das laufende Jahr der Markt für Büroimmobilien, in dem es aufgrund der immer noch nicht ausgestandenen Wirtschaftskrise auch in Deutschland zu einem Rekordleerstand kommen könne. Denn bei Annahme einer sinkenden Zahl von Bürobeschäftigten (- 2 Prozent) steigt gleichzeitig das Fertigstellungsvolumen in den sieben größten Bürostandorten Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln, München und Stuttgart um 16,3 Prozent auf knapp 1,15 Millionen m2 in 2010. Damit werden in den großen Metropolen voraussichtlich rund 8,75 Millionen m2 Bürofläche ungenutzt bleiben.
Innenstädte mit Comeback-Chancen?
Gemischte Aussichten gibt es auch für den Markt der Einzelhandelsimmobilien, der sich in den verschiedenen Sortimenten laut Expertenrat sehr unterschiedlich entwickeln werde. Vieles hänge in diesem Bereich von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung ab, so der Rat. Ein eventueller Rückgang der Warenhäuser durch die Karstadt-Insolvenz könne jedoch eine Chance für die künftige Entwicklung vieler Innenstädte sein, da sich hier neue Gestaltungsmöglichkeiten für Städte und Kommunen auftun.
Wohnimmobilien vor Preiserholung
Robust zeigt sich nach Meinung der Sachverständigen hingegen der Wohnungsmarkt, auf dem die Preise mittlerweile sogar wieder anzögen. So rechnet das Gutachten zum Beispiel mit einem Anstieg der Kaufpreise für Geschosswohnungen in den kreisfreien Städten Westdeutschlands um 1,5 Prozent im laufenden Jahr. Auch in den Landkreisen werden die Preise in den nächsten ein bis zwei Jahren wieder steigen. Insgesamt erwarten die Immobilienweisen eine ausgeglichene Wohnungsmarktentwicklung in 2010.
